Das Debattierduell 2.0

Tische

Am 1. Juni 2017 forderten die Studierenden des Georg-Büchner-Debattierclubs erneut drei Professoren und Professorinnen der Justus-Liebig-Universität zu einem Duell des verbalen Wettstreits heraus. Die Regeln waren die gleichen wie im Vorjahr: die Professor/innen bilden das eine Team und die Studierenden das andere. Jeder darf 7 Minuten sprechen und soll innerhalb dieser Zeit mit Argumenten davon überzeugen, weshalb seine Seite Recht hat. Die Teams sprechen abwechselnd. Dem Publikum kam erneut die ehrenvolle Aufgabe zuteil, das Thema mittels Applaus zu entscheiden und überdies auch, das Gewinnerteam zu küren.

Auserwählt wurde das Thema „Soll der allgemeine Hochschulsport für Studierende verpflichtend werden?“
Mittels eines Phonometers applaudierte das Publikum die Studierenden auf die Pro-Seite (Regierung genannt) und die Professor/innen auf die Contra-Seite (Opposition). Nach kurzer Vorbereitungszeit, die Moderator Oliver Drewes zur Erklärung der Regeln nutzte, ging es ins Duell.

Eine Stunde lang lieferten sich die Studierenden und die Professor/innen ein eloquentes Wortgefecht. Roxana Stein eröffnete die Debatte auf Seiten der Regierung und führte vor Augen, dass der Hochschulsport ein guter Ausgleich zum stressigen Unialltag sei und die Möglichkeit biete, Stress abzubauen. Dagegen hielt Professorin Cora Dietl, dass die Verpflichtung zum Sport dazu führen könnte, den Studierenden den Sport zu vermiesen und diese selbstbestimmt leben müssen und Wahlfreiheit genießen. Um dem entgegenzukommen, Sörens Frage argumentierte Sören Rösel auf der Pro-Seite, dass der Unisport ausgebaut werden müsse und auch jetzt schon ein großes Angebot bereit halte, mit dem nicht nur der Teamgeist gestärkt sondern auch das Selbstbewusstsein aufgebaut werden könnte und zudem zu neuen Bekanntschaften beitrage. Diese Argumente wurden von Ingrid Miethe damit abgeschmettert, dass doch Studien und Fakten statt nur persönlicher Erfahrungen vorgelegt werden sollten. Zudem mahnte sie an, dass die Geschichte gezeigt habe, dass verpflichtender Sport zur Militarisierung und Uniformierung führe und man genau betrachten müsse, „was sich hinter dem Thema verbirgt“. „Wir können Sie beruhigen“, so Philipp Heilmann als Schlussredner der Regierung, denn „niemand hat die Absicht in den Krieg zu ziehen“. Es gehe vor allem darum, Gesundheit, Charakter und Leistung der Studierenden zu stärken. Dies wollte Adrian Dorresteijn, Schlussredner der Professor/innen auch gar nicht abstreiten, doch müsse man beachten, dass für die Umsetzung eine Umstrukturierung der Universität vonnöten sei und fragte: „Wer übernimmt die Kosten?“. Die Debatte schloss er damit, dass er nicht gelten lassen wolle, dass Sport die geistige Leistungsfähigkeit steigere. Als bester Gegenbeweis diene US-Präsident Donald Trump, der in früheren Jahren Quarterback war.

Publikum Nach einem einstündigen Schlagabtausch mit hohem Unterhaltungswert, entschied das Publikum mit über 100 Dezibel dafür, dass das Team der Professor/innen gewinnt. Eine Ehrenjury bestehend aus Lennart Lokstein, seines Zeichens Deutschsprachiger Debattiermeister 2016, dem ehemaligen Regierungspräsidenten der Stadt Gießen Lars Witteck und der amtierenden Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich kürte Ingrid Miethe zur Rednerin des Abends.
An das Professorenteam ging nun auch die Siegertorte, die Cora Dietl mit den Worten: „damit wir nicht doch noch Sport machen müssen“ teilte.


Beim anschließenden Apéro erfreuten sich Publikum, Ehrenjury und Redner/innen an dem gelungenen Abend.

Apero